Wie versprochen erzähle ich dir nun von unserem kleinen Pfingstwochenende in Leipzig.
Angefixt vom letzten Jahr und den vielen Fotos auch von Freunden haben wir uns für dieses Jahr fest vorgenommen, einmal beim viktorianischen Picknick vorbei zu gucken.
Da dieses bereits 14 Uhr anfängt, mussten wir etwas eher von Arbeit los, haben direkt die Kinder abgeholt, uns fertig gemacht und dann ab nach Leipzig gedüst.
Unser Ziel war der Clara-Zetkin-Park.
Als ich dort am Eingang gleich erstmal die Massen gesehen habe, hatte ich eigentlich schon gleich einen Fluchtreflex!
Viktorianisches Picknick
Der erste Anblick war einfach nur mega voll. Schon fast Überladen!
Als man dann aber so in der Meute drin war, verteilte es sich etwas.
Viele haben sich ein schattiges Plätzchen gesucht.
Ob dies nun daran liegt, dass Dracula auch kein Sonnenlicht mag, weiß ich nicht. Aber ich denke es war einfach für alle schon gleich wieder viel zu warm.
Allerdings konnte man so dieses Jahr wunderbar sein Inneres nach Außen tragen. Denn es handelt sich hierbei um keine Kostüme, sondern um eine Lebensphilosophie.
Beim viktorianischen Picknick trifft man aber nicht nur die üblichen "Gruftis", sondern auch jede Menge Menschen in prächtigen Gewändern, aber auch vielen Kuriositäten.
Man konnte wirklich sagen, dass man am Samstag alles gesehen hat:
Pferde, Fetisch, fast Nackt, Chinesisch, Ägyptisch, jede Art von Tieren oder Fabelwesen, aber sieh selbst. Ich habe mal ein paar Ausschnitte mitgebracht:
Es gab ganz viele Ecken wo teils professionelle Fotografen standen und kostenlos diese interessanten Wesen fotografieren wollten. Hier mal ein Beispiel, was für schöne Fotos entstanden sind.
Der Clara-Zetkin-Park hat aber auch aktuell wunderbar blühende Büsche im Angebot. Die diese Bilder so wunderhübsch machen.
Viele Wesen sind in ihren Rollen regelrecht aufgegangen und haben das ganze zu einem richtigen Abenteuer werden lassen.
Mittlerweile gibt es auch immer mehr Cosplayer die sich bei diesem Event zeigen wollen.
Im Anschluss haben wir uns am Augustus-Platz noch ein wenig "Wolfstavar" angehört und waren gegen 21 Uhr endlich zuhause. Aber wir hatten so viele Eindrücke und Gestalten im Kopf, das war schon der Wahnsinn.
Am Sonntag haben wir uns ein paar mehr Programmpunkte ausgesucht:
- Gothic-Flohmarkt
- Leichenwagenkorso
- Steampunktreffen
Leipzig Dark Markt
Am Samstag findet traditionell der zentrale Gothic-Flohmarkt im überdachten Innenhof der historischen Feinkost statt. Auch hier waren allerhand Menschen in schwarzer Kleidung unterwegs. Allerdings konnte man auch in die angrenzenden kleinen Geschäfte bzw. Cafés, um dort eine Weile zu Verweilen.
Auch wenn wir nichts gekauft haben, waren wir trotzdem gute 2h beschäftigt, um an den Ständen zu stöbern, im Second-Hand-Laden bzw. den Kreativ Geschäften.
Leichenwagenkorso
Da wir auch vom Leichenwagenkorso so einige Videos gesehen hatten, wollten wir auch hier mal vorbeischauen und das Ganze auf uns wirken lassen.
Ungefähr 50 Wagen sind bei diesem Korso vom Wilhelm-Leuschner-Platz bis zum Völkerschlachtdenkmal durch die Stadt gefahren. Sie warben für Toleranz zum Tod in Leipzig. U.a. war auch ein Leichenwagen dabei der sich für Sternenkinder einsetzt (rechts in der Kollage). Dieser und bestimmt auch noch anderen warben regelrecht für ihr handeln und baten um Aufmerksamkeit für dieses sensible Thema. Manche haben sich die Wagen aber auch nur so präpariert, dass sie damit in den Urlaub fahren und drin übernachten können. Einige sind aber auch tatsächlich noch im Einsatz.
So wie diese Pferdekutsche mit Bestattungsanhänger:
Wenn du genau hinsiehst, siehst du im Hintergrund auch das Völkerschlachtdenkmal. Da am Sonntag auch Leipziger Bierbörse war, sieht man zudem dieses riesige Bierglas *hihi*
Steampunk im Clara-Zetkin-Park
Zurück ging es nun zum Clara-Zetkin-Park, da wir noch unsere Freundin treffen und die ganzen Steampunker sehen wollten. Steampunk steht im übrigen für ein retro-futuristisches Genre und eine Subkultur, die die Ästhetik der viktorianischen Ära mit futuristischer Science-Fiction-Technologie verbindet.
An diesem Punkt zum Beispiel konnte man seinen Zeitreisenden Ausweis abstempeln lassen.
Und auf der Gegenüberliegenden Seite war ein Stand, bei dem man sich seinen Zeitreisenden Ausweis kaufen konnte.
Wir haben uns diesen Trend mal erklären lassen:
Wenn man ein Steampunk ist reist man zwischen den Zeiten. Somit handelt es sich hierbei um eine Art Reisepass. Man geht somit also jedes Jahr zu diesem Amt und sagt in welchem Jahrhundert man sich gerade befindet und bekommt so etwas ähnliches wie eine Briefmarke eingeklebt und mit einem Stempel versehen. So kann man quasi jedes Jahr in ein anderes Jahrhundert reisen.
Teilweise stehen auch ihre Zeitmaschinen auf dem Picknickplatz.
Sie rauchen, sie qualmen, machen Seifenblasen oder bewegen sich einfach nur.
Der Phantasie sind hier wieder keine Grenzen gesetzt und es ist vor allem oftmals mit soviel Herzblut und Liebe zum Detail verbunden. Das ist schon cool und beeindruckend.
Und auch hier hat man wieder viele Kuriositäten und besondere Menschen getroffen.
Meinem Kleinen wurde auch eine passende schwarze Joker Karte zu seinem schwarzen Zylinder geschenkt.
Fazit:
Also insgesamt kann an wirklich sagen, dass es sich um ein absolut friedfertiges Festival handelt. Es gab keine Pöbeleien, kein Gehetze, nur staunende Blicke. Es ist schade, dass das WGT so weit in der Stadt Leipzig verteilt ist. Man muss wirklich gut zu Fuß sein, alles mit der Straßenbahn abfahren oder so wie wir - Glück habe, dass man überall in der Nähe einen Parkplatz findet. Am Besten hat uns daher wirklich das viktorianische Picknick gefallen. Da es an diesem Tag keine wirkliche, andere Veranstaltung gab und sich somit das Who-is-who im Clara-Zetkin-Park aufgehalten hat. Zum Steampunk war dies schon wieder anders. Da auch sonst in der Stadt vereinzelt Treffpunkte waren, war es im Park selbst überschaubar. So wie wir erfahren haben, waren auch weit weniger Zeitmaschinen zur Schau gestellt, als noch im vergangenen Jahr. Sehenswert war alles und das völlig kostenlos!
Wir haben lediglich hin und wieder ein paar Euro für einen Parkplatz oder für Essen und Trinken bezahlt.
Sind somit also sehr günstig durch das Pfingswochenende gekommen.
Wir haben uns thematisch zum Event angezogen, aber das Ganze nicht übertrieben. Ich denke, dass sollte denen aus der Szene vorbehalten sein. Aber es gab auch Menschen die ganz in Zivil dort erschienen sind, um sich das Spektakel anzusehen.
Um sich also das WGT kostengünstig anzusehen kann ich nun das viktorianische Picknick und das Heidnische Dorf empfehlen. Bei letzteren muss man allerdings mit einer Eintrittsgebühr rechnen. Dafür bezahlt man diese aber als Tageskarte und muss sich kein Wochenendticket für 190 € für das eigentlich Gothik-Treffen kaufen. Und auch hier muss ich sagen, dass ich kein Geld für das richtige Festivalticket ausgeben würde. Klar wäre dann hier die Straßenbahn m Preis mit inbegriffen, aber ich finde dieses Event sollte denjenigen vorbehalten sein, die diese Thematik auch Leben. Wir waren einfach nur neugierig, haben uns angepasst und uns unter die Meute gemischt. Somit finde ich es auch in Ordnung und richtig, dass sie die Möglichkeit auf ein eigenes, privates Event haben.
Vielleicht trifft man sich nächstes Jahr wieder zum viktorianischen Picknick 😉