Peter Maffay: Ein starkes Gesicht für Kinder mit Zöliakie

Wie verbreitet ist Zöliakie wirklich?

Aktuelle epidemiologische Studien schätzen, dass etwa 1 % der deutschen Bevölkerung an Zöliakie leidet – das wären rund 830.000 Menschen. Tatsächlich diagnostiziert sind davon jedoch nur 10–25 %. Das bedeutet: Hunderttausende wissen nicht, dass sie Zöliakie haben. (Quelle: Glutenunverträglichkeit: Studie bescheinigt steigendes Bewusstsein)

Diese Aussage und weitere tolle Ansätze sind in einem aktuellen Interview mit Peter Maffay beschrieben. Man kann es noch einmal hier nachlesen: Zöliakie sichtbar machen: Allianz für mehr Verständnis, Aufklärung und ... | Presseportal

Ein Gesicht für die Zöliakie 

*Dieser Beitrag enthält Werbung wegen Namensnennung

Ich finde es gut, dass es nun ein bekanntes Gesicht gibt, welches öffentlich von dieser Symptomatik und Problematik berichtet. Es betrifft die Familie um Peter Maffay zwar nicht direkt, aber immerhin mussten sie sich durch ihr privates Umfeld einmal mehr mit dieser Autoimmunerkrankung beschäftigen. Und genau hier ist der wichtige Punkt. Es beschäftigen sich leider noch viel zu wenige mit dieser Problematik. 

Einerseits werden immer noch viel zu wenig Menschen daraufhin diagnostiziert und ernähren sich somit falsch und wundern sich so über ihre anhaltenden Symptome und auf der anderen Seite wird einem das Leben mit Zöliakie immer noch etwas schwer gemacht.

Zöliakie im Einzelhandel

Denn in dem Bericht wird auch die EDEKA Gruppe erwähnt, die von ihren zahlreichen Produkten auch in Eigenmarke berichtet. Ich finde es super, dass die Unternehmen so viele Eigenprodukte entwickeln, es wäre nur schön, wenn sie im Laden auch vertreten wären. Ich kenne bei mir im Umfeld mittlerweile einige die von dieser Diagnose betroffen sind, aber gefühlt sind die Regale in den Läden immer noch recht spärlich bestückt. Ich meine, ich verstehe ja, wenn der Discounter nicht alle Produkte ständig zur Verfügung hat, wenn die Nachfrage fehlt. Es ist einfach zu schade alles weg zu schmeißen, das sehe ich wirklich ein. Aber wieso gibt es dann nicht die Möglichkeit solche Sachen online zu bestellen?

Also zum Beispiel unser REWE, zu Corona-Zeiten haben sie Werbung gemacht für ihren Online-Einkauf. Mal davon abgesehen, dass dort größtenteils nur die teuren Markenartikel zu finden waren, waren solche "besonderen" Artikel so gut wie gar nicht zu finden. Und Rewe hat ähnlich wie EDEKA ein wirklich großes Sortiment, gerade von ihrer "Frei von" Marke. Zur Reha bei Bad Tölz konnten wir uns damals davon überzeugen. 

Dieses riesige Regal haben wir dort vorgefunden. Die Kinder fühlten sich fast wie im Schlaraffenland. Es gab vieles, was sie bei uns im Laden noch nie gesehen haben. Wieso kann ich solche Dinge also nicht online bestellen und zu meinem Rewe schicken lassen? Nein, dort kann man auch nur die Produkte bestellen, die das Rewe auch vor Ort im Laden hat. Sehr schade, denn das Regal bei unserem Rewe ist seit Eröffnung sehr geschrumpft. 

Das Nötigste ist vorhanden, aber die vielen Produkte der Eigenmarken bekomme ich nirgendwo im Internet bestellt und somit muss ich beim Einkaufen meistens von einer zur anderen Ketten wechseln, das Eine bekomme ich bei dem und das Andere bei dem anderen und den Rest bestelle ich online

Es ist wirklich echt nervig und da kann ich noch von Glück reden, dass wir in einer Großstadt leben und wir mehreres zur Auswahl haben. Ich würde gerne mal wissen, welchen Eindruck und welche Erfahrungen Menschen auf Dörfern  in diesem Zusammenhang gemacht haben?

Ein weiterer Faktor der nicht vergessen werden darf, ist der Faktor Geld. Ein weiterer Nachteil dieser Erkrankung ist der Mehraufwand den man betrieben muss und das Geld, welches es zu investieren gibt. Eine solche Diagnose bedeutet nicht nur eine komplette Umstellung der Nahrungsmittel, sondern auch einen herben Einschlag in den Geldbeutel. 

Aktuell wird über die DZG eine Studie gestartet, wieviel Geld man pro Person mehr bezahlt, nur weil man sich Glutenfrei ernähren muss.

Mehr Unterstützung für Kinder

Ich finde auch hier sollte in naher Zukunft umgedacht werden. Mein Kind ist so schon bestraft, dass es in einer Schulpause nicht einfach so zum Bäcker gehen kann, wie ihre anderen Mitschüler. Da dass EDEKA bei ihr in Schulnähe nur maximal eine Packung mit 4 Brötchen anbietet, welche von Zeit zu Zeit leider über dem MHD sind. 

Allgemein ist zu sagen, dass ich viele Punkte die in dem Interview mit Peter Maffay genannt und rüber gebracht wurden, nur unterschreiben kann. Gerade in Bezug auf Kinder sollte noch einiges in unserem Land passieren. Denn ich denke, gerade für sie ist diese Diagnose ein harter Schlag ins Gesicht.

Leider kommt das Buch für meine Kids etwas zu spät. Sie würden sich dieses Kinderbuch nicht mehr angucken bzw. wurde ihnen in der Reha schon beigebracht, dass es kein böses Monster in ihrem Bauch gibt. Denn wenn es etwas "Böses" wäre, würde genau diese Diagnose vor allem den kleineren Kindern mehr Angst bereiten, als das es helfen würde. Wer will immerhin schon gerne ein böses Monster in seinem Bauch haben? Ich denke, dass ist ähnlich wie das Monster unterm Bett. 
Für Kinder ist die Krankheit nicht wirklich greifbar, für meine Kids ist es auch nur etwas, dass sie von der Diagnose her kennen, aber sie müssen die größten Hürden meistern. Sie erleben was es heißt zu verzichten, sie müssen beobachten wie einfach es für alle Anderen ist und nur für sie nicht. Sie müssen lernen zu verzichten und ständig aufpassen. Für Kinder ist es zeitweise eine Strafe und ich finde genau hier muss angesetzt werden. 

Es muss mehr für Kinder mit Zöliakie getan werden!
Und falls Peter Maffay auch nur ein kleines Fünkchen mehr Aufmerksamkeit für dieses Thema gebracht hat, dann hat er doch schon einiges erreicht. 

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