Aus aktuellem Anlass... 04.05.2026 Anschlag in Leipzig

Ich weiß gar nicht wie ich anfangen soll. Vor einiger Zeit habe ich hier auf dem Blog bereits an die Opfer des Anschlags in Magdeburg gedacht. Doch, auch wenn Magdeburg unsere Landeshauptstadt ist, habe ich nicht wirklich den Bezug dazu. Doch nun hat es Leipzig getroffen. Leipzig und Halle sind sehr eng verbunden. Auch ich bin schon sehr oft über den Augustusplatz gegangen oder daran vorbei gefahren, um damals zur Berufsschule zu kommen. Ich kenne diesen "Schauplatz" sehr genau. Und es macht einen ziemlich betroffen. Man fragt sich, was in den Köpfen der Leute vor sich geht. 

Illegale Autorennen, bei denen dann ein Mensch erwischt wird, die gibt es leider immer wieder. Aber diese Leute haben oftmals keine wirkliche Tötungsabsicht (auch wenn es genauso grausam ist), aber wenn man mit voller Absicht in eine Menschenmenge fährt... 

Das macht einen schon Angst und in einem kurzen Moment habe ich mich wirklich dabei ertappt zu überlegen: Wo kann man jetzt noch ungestört hingehen?

So ein kleines mulmiges Gefühl begleitet einen dann doch immer wieder. Kann ich noch ungestört auf einen Weihnachtsmarkt gehen oder auf ein Konzert oder wer weiß wo?

Ich will meine Gedanken nicht davon lenken lassen (noch nicht), ich will an das positive glauben, auch wenn ich da naiv klingen mag. Ich möchte mich von solch bösen Gedanken nicht beeinflussen lassen. Ich möchte was erleben, unter Menschen gehen und weiterhin schöne Momente erleben. 

Aktuell habe ich immer noch die Hoffnung und den Glauben, wieso sollte gerade mir sowas passieren? Wird schon alles gut werden!


Ich kann mich noch genau daran erinnern, als meine Mama uns anrief, als wir von einem Urlaub gerade auf dem Weg nach Hause waren. Sie frug uns, ob wir in Ordnung sind. Und ich habe mich erstmal gewundert. Und sie meinte, sie hatte schon Angst, dass wir zur Love Parade gefahren sind. Da war genau an diesem Tag das Unglück bei der letzten Love Parade passiert. Sie meinte, ihr seit immer mal so spontan, hätte ja sein können, dass ihr mal hingucken wolltet.

Sie hat nicht ganz unrecht. Wir sind spontan und interessiert, so ganz unwahrscheinlich wäre das vermutlich nicht gewesen. Allerdings graut es uns doch oft vor extremen Menschenansammlungen.

Knapp 1 Jahr nach dem Unglück in Duisburg waren wir in Hamburg zum Hafenfest. Als dann gegen 0 Uhr ganz plötzlich alles geschlossen wurde und die ganzen Massen sich in die U-Bahn gedrängelt hatten. Hatte ich sofort Erinnerungen an die Love Parade und dachte nur, lass jetzt bloß nichts passieren. Die Menschen sind an Wänden und an den Außenseiten von Treppen hoch geklettert, nur um etwas schneller in die U-Bahn zu kommen, alles drängelte und drückte sich. Das war wirklich heftig. Und ich sagte immer nur zu meinem Mann, halt mich bloß fest und lass uns hier jetzt nicht verlieren. Ich hatte wirklich Angst!

Bei dem Anschlag in Halle, waren wir zum Glück gerade in Saalfeld bei den Feengrotten. Wir haben von all dem also nichts mitbekommen, außer dass gerade, als wir  auf einer Bank dort saßen, unser Katwarn los ging und übelst laut Alarm gegeben hat. Kurz danach trudelten verschiedene Fotos und Videos ein. Wir haben damals den Fehler gemacht und mit Luna ein paar der Videos angeguckt. Sie war danach so durcheinander und verängstigt, dass wir es total bereut haben. 

Nachdem das im vorletzten Jahr in Magdeburg zum Weihnachtsmarkt passiert ist, hatten wir anschließend bei uns auf den Weihnachtsmarkt auch so einen Moment. Ich war mit meinen Kids alleine auf dem Weihnachtsmarkt, irgendwann am Nachmittag und dann meinten plötzlich ein paar Idioten solche krassen Böller zu zünden. In unserer Innenstadt schallt das immer noch so schön, dass man auch gar nicht wirklich ausmachen kann, wo es her kommt. Aber meine Kids gleich - können wir nach Hause gehen? 

Es ist nicht schön, immer wieder von solchen Nachrichten zu hören. Bisher hatten wir immer Glück. Bisher ist immer alles gut ausgegangen, aber was wird noch kommen?

Ich bin eigentlich ein positiv denkender Mensch, aber natürlich verunsichern mich solche Nachrichten auch immer wieder. Nur ich will mich deswegen nicht verstecken, ich will mich nicht verkriechen und deswegen nirgendwo mehr hingehen. Dazu ist das Leben auch wieder zu kurz und zu schön, um sich einzuigeln. Ich möchte weiterhin auf Weihnachtsmärkte, Shoppingtouren und Volksfeste gehen. Ich möchte meinen Kindern weiterhin die Welt zeigen, mit ihnen schöne Dinge unternehmen und mich nicht unterkriegen lassen.

Ich bin im Gedanken bei all denen, die da wieder zugucken mussten, die das alles live miterlebt haben. Ich hoffe ich muss solche schlimmen Sachen nie mit angucken und bin davon hoffentlich selbst nie betroffen und meine Familie natürlich auch nicht.

by pexels

Ich drücke mir selbst die Daumen! 

2 Kommentare:

  1. Ich wohne in Leipzig. Dieses Jahr wird es schon 10 Jahre hier. Und ich bin auch oft und gerne an dem Platz. Vielleicht wäre ich sogar gestern hin, wenn nicht die DB wieder über 3h Verspätung gehabt hätte, da kann so eine Verspätung ganz nützlich sein. Auch wenn es sich seltsam anhört. Ich kenne jemanden die bei dem Geschehnis dabei war und sich das ansehen musste. Wenn man dann davon hört, dann läuft es einen kalt den Rücken runter. Ich musste sowas bis jetzt zum Glück noch nie selbst ansehen/erleben und hoffe muss es auch nie. Sich darüber Gedanken zu machen ob was passiert und dass man nicht mehr unbeschwert wohin gehen kann, sollte man aber nicht weil dass ist denke ich was diese Menschen nur erreichen möchten die so etwas begehen. LG Edeline

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  2. Ja definitiv :D Also Montag war ich noch in Hannover, da war ich vormittags bisschen spazieren mit über 13.000 Schritte, Dienstag war tatsächlich faul mit der Heimreise und nicht mal 5.000. Am Mittwoch war ich vorm Kino beim Sport. Donnerstag auf Freitag war ich ja feiern (waren auch zwischen 11.000 - 13.000), am Samstag auch nochmal Sport sowie abends im Biergarten gearbeitet mit über 13.000 und der Sonntag war dann nochmal faul mit ein wenig Bewegung beim Blue Konzert abends.

    Wirklich schrecklich was da wieder passiert is. Da is man zur falschen Zeit am falschen Ort und es kann direkt alles vorbei sein. Als der Anschlag im OEZ in München war, war eine Freundin noch eine Stunde vorher in der Nähe bevor sie nach Hause fuhr. Das lässt einen schon sehr nachdenken.

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