Wie ich bereits letzte Woche berichtet habe, waren wir ein Wochenende auf Juist. Und was soll ich sagen? Es stimmt, wenn man einmal da war, ist man gleich wie verwandelt und in den Bann gezogen. Wir haben nur einen vollen Tag so richtig auf der Insel verbracht und den ganzen Zauber aufgesogen!
Man kann nicht sonderlich viel erleben, aber es ist ein bisschen wie in einer ganz anderen Welt. Für uns als halb Städter, halb Dörfler ist es ein wenig, wie ein Ritt in vergangene Zeiten. Total toll!
Einmal da gewesen -
komplett angefixt, dort wieder hin zu fahren!
Ich liebe ja sowieso das Meer und die tollen Boote.
Nach einer doch sehr turbulenten Überfahrt zum Töwerland, wie man Juist auch nennt, mit einer der Schnellfähren, waren wir im Zauberland angekommen. Leider war es bei der Ankunft schon recht dunkel und wir konnten nicht mehr wirklich viel entdecken, allerdings konnten wir so schon die Lichter des Leuchtturmes sehen, der direkt am Hafen den Booten Licht schenkt.
Für uns hieß es an dem Abend nur noch Hotel erkunden, abschalten und ankommen.
Dafür wollten wir an unserem einzigen richtigen Tag auf Juist natürlich auch etwas von der Insel sehen. Wir waren gespannt, was uns alles so erwarten wird. Ein bisschen was hatte ich ja erlesen. Zum Beispiel, dass gerade jetzt im Frühjahr Robben auf der Westseite der Insel zu sehen sein sollen. Also sind wir da zuerst hin gelaufen. Da die Insel ca. 17 km lang ist und nur etwa 500 Meter breit, und unser Hotel bereits grob in der Mitte lag, war dies eine Entfernung die durchaus machbar war.
Bis ganz zur westlichen Spitze haben wir es am Ende allerdings doch nicht geschafft. Da man bereits über 1 km weit und breit nichts von einer Robbe gesehen hat und auch sonst nur Muscheln und lustige am Wasser lang laufende, kleine Vögelchen sind wir irgendwann abgedreht und wieder zurück gelaufen.
(Leider hat meine App zwischenzeitig den Standort scheinbar nicht gefunden, deswegen sind wir laut ihm schnurstracks gerade Richtung Loog gelaufen, genau wie wir vorher ganz plötzlich in gerade Linie am Strand waren *hihi*.)
Beim entlang wandern haben wir uns immer gewundert, was das für große, bunte Pakete sind, die immer mal an den Strandausgängen standen. Als wir dann näher kamen, haben wir es gesehen. Es sind Gitterboxen in denen der ganze Müll landet, der hier ans Meer gespült wird! Und diese Boxen warn offenbar bei jedem Ausgang Rand voll! Schon gruselig, was sich alles so ansammelt.
Man kommt sich wirklich richtig schlecht vor, wenn man den Müll dann mal in seinem vollen Ausmaße sieht. Klar zuhause denkt man sich immer nur: Ich habe es doch in den Müll geschmissen! Aber was schlussendlich dann doch im Meer landet, ist schon erschreckend.
Witzig war, dass man selbst hier eine Wandernadel finden kann. Bisher kenne ich das tatsächlich immer nur aus den Harz-Regionen, aber hier auf der Insel? Die Kinder hat es gefreut, sie wurden bestempelt.
Nachdem wir an dem einzigen Süßwassersee der Ostfriesischen Inseln - dem Hammersee- vorbei gewandert waren, sind wir noch ein bisschen bei den vielen Backsteinhäuschen vorbei gekommen und haben dann erstmal eine Pause i n unserem Hotel Atlantic Juist gemacht. Immerhin wurde uns ein Nachmittagssnack angeboten, den wir natürlich gerne mitgenommen haben (außerdem taten uns dann doch ganz schön die Füße weh).
Luna hat bei unserer Wanderung immer mal wieder Familien mit einem 4-Sitzer vorbei radeln sehen und wollte das, genau wie in Dänemark damals, auch wieder machen. Nur wo gab es sowas?
Schlussendlich haben wir in der Nähe der Ortskirche genau solche Fahrzeuge gefunden. (sieht man auch bei genauem hingucken auf der Collage).
Die Kids mussten dann also doch nicht mehr laufen und auch ich durfte mehrheitlich gefahren werden 😁
Somit sind wir dann noch die östliche Seite der Insel etwas abgefahren und waren damit natürlich um einiges schneller unterwegs.
Wir sind zum Otto-Leege-Naturpfad gefahren und haben hier nochmal einiges über die Insel Juist im Wandel der Jahre gelernt (sieht man ebenfalls auf der Collage rechts oben).
Man hat hier auf Holztafeln aufgezeigt, wie sich die Insel im Laufe der Jahre verändert hat.
Denn falls du es noch nicht wusstest, die Ostfriesischen Inseln wandern. Der Sand vom westlichen Teil der Insel verlagert sich durch das Meer auf die westliche Seite der Insel. Der Sand wird also immer wieder abgetragen und setzt sich auf der anderen Seite wieder fest.
Somit war der Otto-Lege-Pfad zeitweise im Wasser, dann genau am Rand der Insel und nun mitten im Festland. Genauso gab es im westlichen Teil mal eine Kirche, die über die Jahre nun nicht mehr vorhanden ist. Leider habe ich hierzu nichts genaues im Internet gefunden, aber ich fand es wahnsinnig spannend. Stell dir doch mal vor, du baust dort ein Haus und in ein Paar Jahren ist es dadurch einfach abgetragen und im Meer verschwunden! Schon komisch oder?
Einiges interessantes über Juist habe ich in diesem Flyer bzw. direkt auf der Juister Internetseite gefunden. Aber auch beim Wandern sind wir immer wieder auf einige Wissenstafeln gestoßen - über die Natur, die Tiere, das Wattenmeer, das Naturschutzgebiet ...
Wenn man noch mehr Infos möchte kann man auch einen Ausflug zum Inselmuseum machen.
Und genau in der Nähe von diesem Inselmuseum ist es dann auch passiert...
Wir haben doch noch eine Robbe gesehen!
Natürlich waren die Menschen rings herum wieder ganz aufgeregt und haben gedacht, irgendwas könnte daran nicht stimmen. Aber wie wir bei Conny geht auf Reisen (Werbung) gelernt haben, ist mit diesen Robben am Strand meistens alles in Ordnung. Man soll sie in Ruhe lassen und am Ende finden sie von selbst wieder ins Wasser.
Da die Robbe reagiert hat, als wir Geräusche gemacht haben und sich dann wieder ganz unbeirrt hingelegt und die Augen zugemacht hat. Konnte ich mir denken, dass nichts weiter ist. Sie hat sogar mal ganz gelangweilt gegähnt und sich gestreckt.
Also bloß nicht gleich in Panik verfallen. Sie lag bei uns zwar auch gute 50 m vom Wasser entfernt, aber vermutlich hatten wir auch gerade Ebbe, bei Flut haut sie bestimmt wieder ab.
Und manchmal ist das Leben doch ein Ponyhof ...
Diesen Spruch auf der Bank fand ich sehr motivierend. Es gab einige solcher Bänke, die wieder mit einer kleinen Widmung versehen waren, aber diesen Spruch fand ich sehr aufmunternd. Warum nicht? Im Endeffekt heißt es doch nur, mach dir dein Leben so, wie du es möchtest!
Toll auf der Insel ist auch, dass sie sehr Hunde und Kinderfreundlich ist. Dadurch, dass keine Autos fahren, musste man nur immer nach schnell, flitzenden Radfahrern gucken und das war's! Es war ruhig, die Luft war sauber und man hatte so viele Spielplätze!
Ein Traum!
Toll finde ich auch die Wasserspender die man hin und wieder auf der Insel gesehen hat. Leider waren sie aktuell noch ausgestellt, aber im Sommer kann man hier offenbar überall seine Wasserflasche wieder auffüllen.
Man hat überall auf der Insel immer mal ein paar Sachen entdeckt, die man gerne besuchen oder einfach nur fotografieren möchte.
weitere kleine Fun-Facts:
- es gibt ein Schwimmbad
- es gibt ein kleines Kino
- Minigolf
- es gibt Rossmann
- jede Menge Fahrrad-Verleih Stationen
- mehrere kleinere Geschäfte, wie Souvenir, Mode und Lebensmittel
- jede Menge Ferienwohnungen/-häuser
- von mal 7 Kirchen stehen noch 2
- Juist ist wahnsinnig modern, die Häuser sehen alle top in Schuss aus
- Feuerwehr und Rettungswagen sind die einzigen Autos auf der Insel
- selbst die Müllabfuhr ist eine Kutsche mit 2 Hängern mit Ladefläche
- Getränkekästen werden von einer Radkutsche zu Hause angeliefert und auch wieder abgeholt
Juist hat ca. 1.000.000 Übernachtungen im Jahr
- bei etwa 1.500 Einwohnern
- es gibt eine Grund /bzw. Oberschule auf Juist
- aufgrund der geringen Schülerzahl werden aber Doppelklassen gebildet (7./8. zusammen und 5./6. Klasse zusammen)
- man kann nur den Abschluss der 10. Klasse dort machen (das waren letztes Jahr wohl 7 Kinder), anschließend müsste man für das Abitur aufs Festland gehen
- Loog ist das Dorf in dem die Juister wohnen, es ist 2 km vom Ortskern entfernt
- es gibt sogar einen Schützenverein
und es gibt ganz bestimmt auch noch viel mehr Informationen, die wir an diesem einen Tag aber alle gar nicht entdeckt haben.
Das Abendbrot haben wir übrigens im Hafen Restaurant Juist zu uns genommen. Das können wir wirklich nur empfehlen! Preis-Leistung war wie aktuell überall, aber das Beste:
Ich habe nur erwähnt, dass meine Kinder nur glutenfrei essen können und der Kellner dann ganz cool: Na dann lassen wir eben das Mehl weg.
Ich habe nur erwähnt, dass meine Kinder nur glutenfrei essen können und der Kellner dann ganz cool: Na dann lassen wir eben das Mehl weg.
Ich frug dann wieder, welche Speisen denn dann bestellbar wären und er wieder nur: eigentlich alle, dann lassen wir halt nur die Panade weg.
Super!
Dadurch, dass der Kellner da auch so entspannt reagiert hat und offenbar genau zu wissen schien, was unser "Problem" ist, haben wir uns sehr gut aufgehoben gefühlt und es hat alles ohne Probleme geklappt und allen hat es super geschmeckt!
Kleiner Tipp: das reservieren nicht vergessen! Die Lokale sollen dort immer sehr ausgebucht sein. Unseres war ebenfalls sehr gut besucht und die Essenszeit war auf anderthalb Stunde begrenzt. Was bei uns aber gut geklappt hat, da wir auch schon etwas eher kommen durften.
![]() |
| (die glutenfreies Baguette Brötchen vom Hotel aus der Lunchbox) |
Wir haben uns am nächsten Tag über unser Lunchpaket gefreut und waren traurig, die Insel so schnell wieder verlassen zu müssen. Es war schön! Solche Ausflüge lassen einen den Alltag immer kurz ein klein wenig vergessen.
Ich verstehe jetzt, warum das so viele schreiben:
Juist Liebe!













Ja dann wären sie sicherlich was für Luna =) Ich liebe Mochis auch total und habs jetzt endlich mal geschafft die von Cookie Bros zu probieren, sind echt mega lecker.
AntwortenLöschenEin wirklich interessanter Post über Juist =) Die Bilder sehen auch sehr toll aus, da bekommt man direkt Lust auf Urlaub.
Dass das Hotel so mittig lag, macht es mit den Entfernungen ja echt einfach. Die Robbe sieht so süß aus <3
Finde die weiteren Fakten auch sehr spannend. Das mit Rossmann finde ich so cool, denn hab letztens einen Livestream von einem auf glaub Sylt gesehen, da war auch direkt ein Rossmann. Rossmann scheint sich auf den Inseln gut durchzusetzen ^^
Das Essen sieht auch sehr lecker aus.