Ich habe schon öfter mal überlegt, ob ich wirklich auswandern würde? In den letzten Jahren hat sich die Situation in Deutschland ja nicht unbedingt verbessert. Die Politik macht so ein bisschen was sie will, nur nicht das, was eigentlich richtig wäre. Die Politiker leben teils völlig weltfremd und machen sich gefühlt kaum Gedanken darum, was für den Rest der Bevölkerung, die normal arbeitenden Menschen, gut wäre.
Ich habe mich bereits in einigen anderen Blogs darüber ausgelassen, was ich von solchen Äußerungen, wie: "Teilzeitarbeit geht gar nicht, wir brauchen mehr Menschen in Vollzeit" halte.
Ich gehe, seitdem ich Kinder habe nur 75 % arbeiten. Und dies war eine überaus richtige Entscheidung - für uns, für unsere Familie. Denn was ein Herr Merz vergessen hat, war, dass es für den ein oder anderen einen guten Grund gibt, wieso er sich bewusst dafür entscheidet.
Bei uns war es durch Schichtarbeit/bzw. Pendler und teils durch vorgegebene Öffnungszeiten der Kindertagesstätte gar nicht anders machbar, als dass einer (ich) Teilzeit arbeiten geht. Ich wollte diesen Schritt auch explizit gehen, da ich für meine Kinder da sein wollte. Ich wollte nicht, dass sie länger als ich "arbeiten" gehen und irgendwann zu mir Tante sagen. Ich wollte etwas von meinen Kindern haben, sie aufwachsen sehen und nicht nur wecken und ins Bett bringen.
Ich weiß, aber auch, dass das teilweise ein riesiger Luxus ist. Denn es gibt genügend, die sich trotz Kinder in einen 40 Stunden-Job schleppen, weil sie sich sonst die kleine Familie einfach nicht leisten könnten. Dann gibt es noch welche, die wegen der Pflege eines besonderen Menschen nur Teilzeit gehen können oder sie gehen Teilzeit, weil ihnen keine Vollzeitstelle angeboten wird. Es gibt so viele Gründe, wieso jemand Teilzeit geht. Aber wieso sind wir dann gleich für das Unheil Deutschlands zuständig?
Aber gut, solche Sprüche werden uns seit Corona massenhaft um die Ohren gehauen:
wir sollen uns weniger Waschen,
wir sollen unsere Kontakte verringern,
wir sollen unsere Kinder und Großeltern wegsperren
wir sollen uns an Tempolimits halten, um Sprit zu sparen
und jetzt sind es eben die doofen die Teilzeit arbeiten
Aber sei es drum...
Nur wenn ich auswandern würde, in welches Land würde ich gehen?
Tatsächlich mag ich Spanien wirklich sehr. Es ist nicht so weit weg, Luna lernt gerade spanisch in der Schule und kann es mittlerweile (in recht kurzer Zeit) schon sehr gut, und das Wetter ist dort in der Regel wärmer als bei uns.
Andererseits mag ich auch die nordischen Länder, wie Dänemark oder Norwegen und Schweden. Dass ich ein großer Fan von Kopenhagen bin, habe ich bereits mehrfach erwähnt. Allerdings ist es dort in der Regel um einiges kälter als bei uns und ich bin doch so eine Fröstelkatze.
Holland habe ich noch nie geschafft zu besuchen, England wäre auch eine Option, Frankreich bin ich jetzt nicht sooo der Fan von und Italien?
Welches Land würde für dich denn in Frage kommen, wenn man einfach mal so "rumspinnen" könnte?
Aber zurück zum Artikel aus der Gala.
Dort heißt es, dass man explizit eine Familie mit Kindern sucht, damit das Dorf einen Fortbestand hat (vielleicht auch damit ein wenig Leben in die Bude kommt *hihi*). Man würde kostenlos ein neu saniertes, voll möbliertes Haus beziehen können und müsste dann nur noch die Nebenkosten tragen. Eine unbefristete Stelle als Maurer wäre möglich oder man würde die Leitung einer Bar oder eines Gemeindezentrums übernehmen. Gut ausgebautes Internet würde auch zur Verfügung stehen, somit könnte man auch im Home Office arbeiten. (Welch Ironie, dass das selbst die Spanier in den abgelegensten Regionen hinbekommen?!)
Also Job mäßig würde sich da für uns beide auf jeden Fall etwas finden, wir sind flexibel, lernen schnell und haben vielseitige Interessen. Organisieren und planen - krieg ich hin!
Mein Manko wäre, die nächste Schule.
Es sind 20 km bis zur nächsten Regelschule nach Berlanga de Duero. Fahren in Spanien Schulbusse?
Also wenn ich das mit hier vergleiche, wo die Kids auch gerne mal irgendwelche Aufgaben gemeinsam erledigen müssen und die Kids bei Luna aus der Klasse schon alle nicht gerade um die Ecke wohnen und es dadurch manchmal schon recht schwierig ist. Dann möchte ich nicht wissen, wie das bei einer 20 km Entfernung ablaufen soll.
Zudem sollen in dem Dorf aktuell nur etwa 40 Menschen leben. Gibt es dort Spielgefährten für meine Kids? Wäre es mir, als Städterin dort zu langweilig, zu ruhig, zu öde? Würde mir dann das Stadtleben mit Kino, Discountern und jede Menge Menschen die ich kenne nicht schnell fehlen?
So verlockend dieses Angebot doch wäre, wüsste ich nicht ob ich es durchziehen würde.
Immerhin wäre das ja keine fixe, schnelle Idee, sowas gehört gut geplant und durchdacht.
Meine Kinder müssten alle ihre Freunde verlassen, Ihre Schulen und müssten eine neue Sprache lernen. Der Unterricht wäre dann immerhin komplett auf spanisch. Der Kleine lernt gerade mal halbwegs deutsch zu schreiben.
Und auch wir müssten dann alles, was wir uns aufgebaut haben, aufgeben und komplett neu anfangen.
Es wäre eine Challenge.
Aber ich denke nicht mit Kindern. Wenn sie kleiner wären, vor der Schule, vielleicht. Aber jetzt?
Ich denke das wäre nicht richtig. Da müsste sich noch einiges an unserer Lebenssituation ändern. Aktuell hat man immer noch ein Fünkchen Hoffnung, dass irgendwann mal wieder der Moment kommt, wo in der Politik mal wieder jemand klar denkt und das Ruder endlich mal wieder rum reißt. Ist zwar vermutlich illusorisch, aber wie heißt es immer: Scheinbar geht es uns noch nicht schlecht genug!
Aber träumen kann man ja noch 😍
Bei uns war gestern kein Regen, dennoch hatte ich gestern kaum Allergie. Das kommt ja auch immer auf den Pollenflug an und was genau unterwegs is. Und da war am Wochenende wohl mehr unterwegs was mich triggert als gestern :D
AntwortenLöschenUnsere Regierung kann man auch nur in die Tonne hauen, da kann ich alle verstehen die auswandern möchten oder es schon getan haben.
Nur eine Frage, wann wurde uns um die Ohren gehauen wir sollen uns weniger waschen? Meinst du als wir angeblich kein Wasser mehr hatten? Das war ja überwiegend eher, dass wir die Gärten nicht mit Trinkwasser gießen sollten xD Waschen sollen wir uns schon *lach*.
Also tatsächlich finde ich Auswanderungen auch total spannend, muss aber auch so sagen, so blöd es bei uns is, so gut haben wir es am Ende doch. Auch wenn vieles schlecht läuft, haben wir trotzdem Systeme die alles am Laufen halten. allein schon was Krankenversicherungen angeht. Is nicht ideal bei uns, aber immer noch besser als woanders ^^
Mein Vater is ja gebürtiger Spanier und er sagt auch irgendwann möchte er dort wohnen, weil die Lebensunterhaltungskosten viel entspannter sind. Er hatte aber auch schon mal gesagt er würde gerne nach Südamerika auswandern, da kann er auch spanisch sprechen. Aber da hapert es dann an den Krankenversicherungen und das kann dann echt teuer werden :D
Ich habe noch einmal nachgesehen, du hast recht es war 2022 zur Energiekrise, allerdings war das somit auch die Zeit "nach Corona" ;-)
LöschenAls immer mehr solche irrwitzigen Behauptungen und Bevormundungen in den Raum geworfen wurden. Da gab es ja noch viel mehr Äußerungen bei denen man sich an den Kopf gefasst hat.
Dass mit den Krankenversicherungen finde ich auch immer ein sehr wichtiges Thema, was viele dann immer schnell vergessen. Auch das Thema Rente, von wegen ich werde dann in einem anderen Land alt. Die Rentensysteme in den anderen Ländern sollen doch sehr anders ausfallen, deshalb leben wahrscheinlich viele im Ausland und nehmen die deutsche Rente mit ;-)
Danke für den informativen, sympathischen Artikel. Ich würde gern evt. nach Paris auswandern; da ist nur das Französisch. Ich hatte zwar mal vier Jahre Französisch in der Oberstufe, aber davon ist sehr wenig hängengeblieben.
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