Mein kleine Maus ist nun gestern zu ihrer Klassenfahrt aufgebrochen. Soweit so gut. Allerdings war dieser Tag und schon zuvor die Nacht für mich alles andere als einfach. Denn ... die Kids sind mit dem Zug aufgebrochen!
Schon als es vor fast einem Jahr hieß, mit welchem Transportmittel sollen die Kids zur Klassenfahrt fahren ?
- 18 Stimmen für per Bus
- 2 Stimmen per Zug
und daraufhin das Ergebnis war, dass die Kinder mit dem Zug zur Klassenfahrt an die Nordsee fahren sollen, war ich ziemlich geschockt.
Nicht falsch verstehen, ich habe nichts gegen das Zugfahren. Die Kids sind auch zu ihrer kleinen Abschlussfahrt im Kindergarten mit dem Zug nach Schierke gefahren. Allerdings mussten sie da max. 1x Umsteigen. Diesmal hieß es aber einmal durch halb Deutschland fahren mit 2 Lehrern und 27 pubertierenden Teenagern.
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| KI |
Auch das ist normalerweise von der Theorie her nicht unbedingt das Problem, allerdings 4-5 x Umsteigen (wenn sie normal durchgekommen wären) und das auch noch in den Metropolen Berlin und Hamburg fand ich schon ordentlich. Man hört ja doch das ein oder andere, was so in Deutschlands Bahnhöfen passieren kann. Da war es mir als Mutter dann doch nicht so einerlei.
Schon im vorhinein haben wir rumgegrübelt, wie und mit welchen Koffern Luna da am Besten unterwegs ist. Beim Elternabend hieß es, dass die Kids am Besten Koffer mit Rollen mitnehmen und möglichst nicht zu viel "Schnulli" einpacken sollen.
Tja aber mit Bettwäsche, Handtüchern, Hallenturnschuhen und Wattkleidung kam da natürlich trotzdem so einiges zusammen. Noch dazu da der Wetterbericht eher von Regen als von Sommer gesprochen hat.
Somit musste es am Ende doch der große Hartschalenkoffer sein, da sie sonst einen kleinen Koffer und eine schwere Tasche gehabt hätte. Wir wollten so wenig Gepäck wie nötig machen und dachten, dass die Deutsche Bahn mittlerweile recht barrierefrei ist.
Und da ich mir die ganze Zeit so doll einen Kopf um mein kleines Mädchen gemacht habe, konnte ich die Nacht davor einfach nicht schlafen. Eigentlich hätte mein Kind aufgeregt sein müssen, aber mein Mama-Herz hat mich einfach nicht in Ruhe gelassen. Schlussendlich bin ich 0 Uhr zu ihr ins Zimmer gezogen und habe bei ihr geschlafen. Sie fand es schön und hat es glaube genossen und ich ... naja ich war nicht unbedingt beruhigter, habe aber den Moment aufsaugen wollen.
Abfahrt am Hauptbahnhof
Der Tag begann mit einem pünktlichem Treffen auf dem Halleschen Bahnhof. Ich habe sie noch bis zum Treffpunkt im Bahnhof gebracht, mich rührend verabschiedet und ihr nochmal etwas Geld und eine Zeitschrift in die Hand gedrückt.
So wie ich es über die App erkennen konnte, sind sie pünktlich mit dem ICE nach Berlin losgekommen.
Ich war ja schon ein wenig beeindruckt, dass die Kids ICE fahren durften. Aber so hatten sie wohl Sitzplatzreservierung und hoffentlich eine schnelle Verbindung - alles verlief soweit gut. Luna hatte wohl nur schlussendlich doch den größten (wenn gleich er nicht voll gepackt war) Koffer. Somit passte ihr Koffer nicht in die Deckenablagen - die von ihren Freunden wohl schon. Ihr Koffer soll somit immer irgendwo an der Seite, halb im Weg gestanden haben. Ich hätte angenommen, dass ein ICE eine Art Kofferabteil hat oder wie beim Bus so eine Freifläche, um etwas abzustellen, aber dem war wohl nicht so.
Der Game-Changer
Der Anschluss in Berlin nach Hamburg hat zeitlich soweit auch gepasst, bis sie irgendwo am Ende von Berlin standen und warten mussten, bis ein anderer Zug die Route passiert, um dann weiter fahren zu dürfen. Das war der Game Changer!
Nun standen sie viel zu lange dort rum und haben natürlich ihren Anschlusszug in Hamburg nach Husum verpasst.
Luna meinte, nun waren die Lehrer gänzlich überfragt und aus dem Häuschen. Sie wollten irgendeinen Zug nehmen der irgendwie in diese Richtung fährt... die Kids waren aber schneller und haben im Internet nachgesehen, wann der nächste Zug fährt.
Unmögliche Kommentaren von Personen die lieber hätten ruhig sein sollen
Zwischenzeitig ging natürlich auch das Gequatsche im Klassenchat los.
Anfangs ging es nur immer darum, wo die Kinder denn jetzt wären und ob soweit alles passt. Bis dann die Verspätung kam und in einem kurzzeitigen Ausnahmezustand in Hamburg endete.
Ab da wäre ich innerlich bald geplatzt. Ich musste mich auf die Zunge beißen, dass ich kein doofes Kommentar in die Gruppe schreibe. Denn nun sprachen die Eltern, welche sich damals für diese Zugfahrt ausgesprochen haben:
Die armen Kinder!
Hauptsache sie bekommen dann noch etwas zum Abendbrot.
Vielleicht haben sich doch einige gegen das Chipsverbot entschieden und noch etwas zum knabbern mit.
Nach diesem Tag wollen die Kinder doch nie mehr Zug fahren!
Kannst du dir vorstellen, was da in mir innerlich abging?
Ich war so sauer. Weil wegen denen haben wir diese Zugfahrt doch gemacht! Ökobilanz oder Geldmangel hin oder her. Ich weiß nicht, welche Gründe sie damals für diese Entscheidung hatten, aber ich hätte es allem zum Trotz trotzdem besser gefunden, wenn die Kids bequem mit dem Bus gefahren wären. Koffer rein, vielleicht 1-2 Pinkelpausen und dann wären sie gegen 15 Uhr vielleicht dort gewesen.
Aber nein...
Das Durcheinander ist perfekt
Somit ging es mit einem RB weiter gen Norden. Natürlich nun ohne Sitzplatzreservierung. Was hieß, dass einige Kinder stehen mussten und es wohl sehr eng und voll gewesen sein soll.
Während dieser Zeit habe ich dann mal kurz mit Luna telefoniert und ihr erzählt, was in der Klassengruppe so geschrieben wurde. Sie hat mir von der überfordernden Situation auf dem Hamburger Bahnhof erzählt und gemeint, dass sie noch mind. 2x Umsteigen müssen und sie noch nicht genau wissen, wie und wo es dann weiter geht... Dass die Lehrer dran sind, die Situation bezüglich des Abendbrots zu klären und das eventuell der Bus, der sie das letzte Stückchen bringen sollte, sie vielleicht schon von woanders abholen kann.
Ob und wie dies dann schlussendlich geklappt hat, habe ich noch nicht erfahren. Ich war nur froh, als der Tracker immer mehr in die Nähe von ihrem Ziel kam. Schlussendlich haben sie sich dann kurz vor 19 Uhr nicht mehr auf der Karte bewegt, somit konnte ich mir denken, dass sie nun wohl endlich angekommen sind.
19:30 Uhr schrieb sie dann, dass sie angekommen sind und bereits was gegessen haben.
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| KI |
Für sie gab es Kartoffelpüree mit Erbsen und Möhren sowie Tomatensoße und zum Nachtisch noch Joghurt. Immerhin hat das wenigstens geklappt!
Kofferdebakel
Am Abend schrieb sie dann noch, dass sie die Koffer die meiste Zeit tragen mussten. Es hieß immer nur hier eine Treppe und dort eine Treppe. Und somit ist es passiert, dass sie irgendwann nur noch den Griff in der Hand hatte, der Koffer noch gerade so von 2 Mädels aufgefangen wurde und ihre Klassenlehrerin den Koffer dann von der Seite die Treppen hochtragen musste.
Somit müssen wir hoffen, dass die Rückfahrt nicht ganz so chaotisch wird, damit der Koffer wenigstens noch im geschlossenen Zustand nach Hause kommt und uns dann nach einem neuen um suchen.
Hast du vielleicht einen Tipp für eine gute Koffermarke?


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