Sonntag, 30. August 2026

Mode und Persönlichkeit

Die Ü30 Blogger haben wieder zu einer Blogparade aufgerufen zu dessen Thema ich auch ein bisschen was sagen kann. Ich bin ja sonst kein Modeblogger, aber zum Thema "Mode und Persönlichkeit" fällt glaube jedem etwas ein. 

Denn natürlich kann Mode auch die eigene Persönlichkeit verändern.

Mir ist, an mir selbst aufgefallen, dass ich zum Beispiel vermehrt dunkle Farben getragen habe, als es mir persönlich psychisch nicht so gut ging. Es war mir egal, wie ich rumlaufe, ob es besonders schick aussah, es sollte einfach nur praktisch sein.

Als ich darauf hingewiesen wurde, dass ich mich "gehen lassen" habe. Habe ich mich erstmal wieder bewusst angesehen und gemerkt, dass derjenige Recht hat. 
Ich habe wirklich nicht mehr auf mein Äußeres geachtet, weil mein Inneres durcheinander war. Mein Inneres hat sich nicht wohl gefühlt und wusste nicht wohin mit sich und genau dieses Gefühl hatte ich mit nach Außen getragen. 

Aber dieses "Bewusstmachen" hat mir geholfen und mich dazu animiert: so möchte ich nicht mehr weiter machen!

Somit habe ich mir ein paar farbenfrohere Teile besorgt die mich em-powert haben. Ich habe mich darauf gefreut, endlich aus meinem Schneckenhaus wieder heraus zu kommen. Ich habe angefangen, mich wieder anders im Spiegel wahrzunehmen. Ich war plötzlich nicht mehr das hässliche Entlein, dem die Mode nichts gegeben hat. Ich fing wieder an sie zu spüren und vor allem mich dabei zu spüren!

Es war kein bestimmtes Kleidungsstück, welches mir die neue Kraft gegeben hat, sondern es waren viele, vor allem farbige Shirts, die die Lebensfreude in mir zurück gebracht haben. Klar sind zunächst nicht alle Teile aus meinem Kleiderschrank verschwunden. Aber Stück für Stück hat sich mein Kleiderschrank gewandelt. 

Die Verwandlung des Kleiderschranks habe ich in den darauf folgenden Jahren noch ein paar Mal miterleben müssen. Entweder, weil sich mein Job verändert hat oder meine Lebenssituation mit Kindern und nun meine neu gefundene Persönlichkeit. Ich glaube nicht, dass ich bei meiner Verwandlung schon angekommen bin.


Auch während der Schwangerschaften hat sich mein Style verändert. Vor allem bei meiner 2. Schwangerschaft sollte die Mode einfach nur praktisch sein, da ich durch einen sehr warmen Sommer gegangen bin. Irgendwann als der Kleine schon da war, meinte mein Mann "endlich raus aus der hässlichen Jogginghose (oder so ähnlich)" Und er hatte recht, man lässt sich da tatsächlich etwas gehen. Immerhin passt man eine Zeit lang sowieso nicht mehr in seine alten Sachen. Ich weiß noch wie froh ich war, als Luna so knapp 1 Jahr alt war und ich mich gefreut habe, dass ich endlich wieder in meine alten Jeans passe und nicht mehr diese Hosen mit Gummizug tragen muss 😁

Meine ältere Kollegin meint immer: im Alter kennt man seinen Style und weiß was einem steht und dann bleibt man auch bei seinem Stil! 

Aber das kann ich von mir nicht behaupten. Ich liebe mehrere Styles und die kann ich auch direkt an einem Tag switchen - von sportlich zu schick, von Homewear auf elegant, von leger zu bürotauglich. 

Je nach Lebenslage und Aktivität kann ich mich von normal zu besonders sexy fühlen.

Die Stimmung ist also ein sehr entscheidendes Kriterium bei meiner Wahl der Kleidung. Wenn ich mal besonders auffallen möchte, kann ich mich auch besonders sexy fühlen. Ich finde dann strahlt man auch ganz anders. Wenn ich Tage habe, wo ich mich nicht so fühle, dann trage ich auch eher unauffälligere Sachen. 


Mode fürs bessere Lebensgefühl

Wenn ich mich besonders hübsch im Spiegel finde, dann steigt auch meine Gute Laune, ich habe eine bessere Ausstrahlung und ich lache viel mehr. Man hat dann das Gefühl besonders Selbstbewusst zu sein. An solchen Tagen denke ich mir, mir kann heute keiner was. Egal, ob ich was negatives hören würde.

(Das sieht dann zwar manchmal in meinem Innersten etwas anders aus, denn ich denke spätestens am nächsten Tag würde es mich dann doch beschäftigen, aber in dem Moment hat man eine magische Superkraft und will sich den Abend/Tag nicht verderben lassen.)

Ich habe kein extrem, übertriebenes Selbstbewusstsein, deshalb werde ich mich aufgrund meines Äußerem wohl nie mega selbstsicher fühlen. Aber Mode kann bei mir tatsächlich etwas auslösen.


Somit kann ich tatsächlich sagen, dass sich mein Stil durch meine Persönlichkeit über die Jahre verändert hat und nicht nur das, auch mein Kleiderschrank hat sich extrem gewandelt. 

Erst vor knapp 2 Jahren gab es wieder so einen Moment, als ich mir dachte: Warum verkriechen?, Warum nicht zeigen was man hat? Ist doch egal was andere sagen, ich kann ruhig viel mutiger werden! Und genau an diesem Punkt bin ich immer noch. Stück für Stück wandelt sich aktuell wieder mein Kleiderschrank. Ich kann viel mutiger und muss nicht immer so unsicher und selbstkritisch sein.

Wie heißt es so schön, man lebt nur einmal! 

Ich bin zwar noch nicht an dem Punkt, dass mir alles an meinem Körper gefällt und ich deswegen auch alles ohne Scham tragen kann, aber ich bin dabei mein Selbstbewusstsein zu stärken und natürlich Problemzonen anzugehen, wie man in meinem Sportprojekt gesehen hat.


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